Die Forderung nach einer pauschalen Altersüberprüfung ist schlichtweg reiner Populismus

In der südpfälzischen Kleinstadt Kandel kam es am 27.12.2017 zu einem Tötungsdelikt. Hierbei wurde eine 15-Jährige Jugendliche tödlich verletzt. Beim mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling. Als Folge dieser Tat fordern nur zahlreiche Politiker konservativer Parteien flächendeckende ärztliche Untersuchungen zur Altersbestimmung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern. Dazu äußert sich die Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, Maike WOLF:

„Als Junge Liberale lehnen wir eine pauschale Altersschätzung durch ärztliche Untersuchung ab. Auch die Bundesärztekammer weißt unmissverständlich darauf hin, dass ein dafür notwendiges Röntgen ohne medizinische Notwendigkeit ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen sei. Des Weiteren könne weder mit medizinischen noch mit psychologischen Verfahren das Alter rechtssicher bestimmt werden.

Wir Junge Liberale treten für die Rechte des Einzelnen ein. Geflüchtete Menschen unter Generalverdacht des Betrugs zu stellen, widerspricht dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit und damit einem Wesenskern unserer politischen Grundhaltung in Deutschland.

Im Rahmen eines Strafprozesses ist die Altersbestimmung bereits zulässig. Und ausschließlich dabei wollen wir es belassen. Nach wie vor gilt hierbei jedoch eine fragliche Belastbarkeit der Ergebnisse einer solchen Untersuchung. Die Forderung nach einer pauschalen Altersüberprüfung ist schlichtweg reiner Populismus.“