Du kannst alles werden – jung-liberale Projekte für das Land der Bildungschancen

„Für uns Junge Liberale ist Bildung eine der Kernaufgaben des Staates. Bildungspolitik ist das wichtigste Politikfeld für Kinder und Jugendliche. Wir wollen jedem Kind in Rheinland-Pfalz exzellente Bildung zukommen lassen. Wir JuLis Rheinland-Pfalz sehen die Bildung als elementar an, wenn es um Chancengerechtigkeit geht. Jeder junge Mensch muss dazu befähigt werden seinen individuellen Lebensweg bestreiten zu können und sozial aufsteigen zu können. Unser Motto lautet: Deine Herkunft ist uns egal. Wir wollen, dass du dein Potenzial voll entfalten kannst. Die beste Schule der Welt für jedes einzelne Kind – das ist unser Anspruch! Dies erfordert nicht nur eine massive Steigerung im Bildungsbudget, mit dem dringend notwendige Investitionen und Modernisierungen der Schulen vorangetrieben werden müssen, sondern auch fundamentale Änderungen im System selbst.

Mehr Freiheit für die Schule vor Ort

Wir wollen, dass die Experten vor Ort – Lehrer, Schüler und Eltern – gemeinsam über die besten Konzepte für ihre Bildung entscheiden. Wenn wir den Schulen mehr Freiheit für die Gestaltung des Unterrichts, die Entscheidung über die Verwendung ihrer Finanzen und über das Personal geben, werden sich neue Konzepte und großartige Ideen in der Schullandschaft entwickeln.

Deshalb fordern wir ein Schulfreiheitsgesetz für Rheinland-Pfalz. Mit einem Schulfreiheitsgesetz wollen wir den Schulen mehr finanzielle, personelle, organisatorische und pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Das wollen wir gemeinsam mit den Schulen Schritt für Schritt auf den Weg bringen. Die guten Erfahrungen, die im Rahmen des Schulversuchs „Mehr Selbstverantwortung an rheinland-pfälzischen Schulen“ generiert wurden, sollen Grundlage für die Erarbeitung des Gesetzes sein. Auf freiwilliger Basis soll es den Schulen viel stärker ermöglicht werden eigenständig ihre pädagogischen Konzepte, ihr Personal und ihr Budget zu verwalten. Weiterführende Schulen sollen außerdem die Möglichkeit haben neben dem fachlichen Schulleiter auch einen Schulmanager einzustellen, der für die Verwaltungsorganisation der Schule zuständig ist. So kann die zusätzliche Verantwortung im Rahmen der Schulfreiheit organisiert werden und gleichzeitig erhält der Schulleiter die Freiheit sich um die Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte und die Personalführung zu kümmern.

Einheitliche Bildungsstandards

Um auch weiterhin eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten fordern wir einheitliche Bildungsstandards für die gesamte Bundesrepublik. Es muss möglich sein, dass man bei einem Wohnortwechsel in ein Bundesland ohne große Verwerfungen weiter die Schule besuchen kann. Die Angleichung der Bildungsstandards darf aber nicht zu einem Absinken des Niveaus der Schulabschlüsse führen. Um eine Vergleichbarkeit des Abiturs gewährleisten zu können, fordern wir, dass in jeder Abiturprüfung eine Aufgabenstellung, die zentral vom Bildungsministerium für alle Schüler*innen entworfen wurde, enthalten ist. Ein generelles Zentralabitur lehnen wir jedoch ab.

Nur die Besten der Besten für unsere Schulen

Die Lehrer*innen leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen und entscheidenden Beitrag für den Wohlstand und die Zukunft unseres Landes. Bildungschancen hängen natürlich von der Sozialisation im Elternhaus ab. Aber auch die Expertise und Fähigkeiten der Lehrer*innen entscheiden darüber, ob gute Bildung ermöglicht wird. Einerseits ist die fachliche Eignung in den einzelnen Fächern wichtig. Jedoch sind die sozialen und didaktischen Kompetenzen entscheidend dafür, ob jemand eine guter Lehrerin oder ein guter Lehrer ist. Wir wollen Lehrer*innen, bei denen ein ausgewogenes Zusammenspiel von Fachkompetenz, pädagogischer Kompetenz sowie didaktischer Kompetenz vorhanden ist. Unser Anspruch ist die Besten der Besten für den Lehrerberuf gewinnen zu können.

Deshalb fordern wir ein Verfahren zur frühestmöglichen Feststellung der Eignung von Personen, welche einen Lehrauftrag anstreben. Dieses Verfahren bezieht sowohl angehende Studenten als auch Quereinsteiger ein. Das Verfahren zur Eignungsberatung ermöglicht die Erfassung wichtiger Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale für den Lehrberuf und das Lehramtsstudium. Somit können die Teilnehmenden auf Basis empirischer Befunde zu Ihrer Eignung für das Lehramtsstudium und den Lehrberuf beraten werden. Am Ende des Tests erhalten die Teilnehmenden in einem persönlichen Feedback- und Perspektivengespräch eine umfassende Rückmeldung zu ihren Kompetenz- und Merkmalsausprägungen. So wollen wir erreichen, dass diejenigen Lehramt studieren, die ein umfassendes Talent für den besonderen Beruf der Lehrerin und des Lehrers mitbringen.

Das Verfahren soll in einem Modellversuch an den Universitäten, die den Bachelor of Education anbieten, umfassend pilotiert und evaluiert werden. An diesem Modellversuch sollen alle Erstsemesterstudierenden, die mit dem Lehramtsstudium beginnen teilnehmen. Fällt der Modellversuch positiv aus, so fordern wir die Verstetigung. Dies gilt auch für Quereinsteiger.

Des Weiteren fordern wir neben den zwei orientierenden Praktika und den zwei vertiefenden Praktika während des Studiums zwei weitere Praktikumsphasen. In diesen zwei weiteren Praktikumsphasen sollen die Lehramtsstudierenden mehrstündige (mindestens fünf Schulstunden) Unterrichtsreihe in einem ihrer Fächer vorbereiten und an ihrer Praktikumsschule eigenverantwortlich im Unterricht durchführen.

Außerdem ist das berufsbegleitende Lehramtsstudium in einem Pilotprojekt zu testen. Die angehenden Lehrkräfte sollen dabei in den Schulen anfänglich unterstützende Tätigkeiten ausführen und mit der Zeit bei Hausaufgabenhilfen aber auch im Lehrbetrieb eingesetzt werden.

Fortbildung muss sein

Damit die Lehrer*innen immer auf dem neuesten Stand im Hinblick auf die didaktischen Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung bieten, sind, muss eine regelmäßige Fort- und Weiterbildung eine Selbstverständlichkeit sein. Deshalb fordern wir alle zwei Jahre eine verpflichtende Teilnahme für jede Lehrperson an einer Fortbildung für Technik, digitale Didaktik etc.

Grundschullehrer*innen angemessen besolden

Die Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz erkennen die besondere Leistung der Pädagog*innen an unseren Grundschulen an. Sie legen mit ihrer Arbeit den Grundstein für die weitere schulische Laufbahn aller Kinder. Lehrer*innen an Grundschulen unterrichten häufig sehr heterogene Klassen und stellen sich deshalb besonderen Herausforderungen. Wir halten es für nicht vertretbar, dass die Grundschulpädagoginnen und Grundschulpädagogen nicht die gleiche Besoldung erhalten wie ihre Kolleg*innen an den weiterführenden Schulen. Deshalb fordern wir, dass in Zukunft Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer der Besoldungsgruppe A13 angehören. Auf Grund der gestiegenen Anforderungen sollte auch die Vergütung für Lehrer an der Realschule plus angehoben werden.

Erstklassige Rahmenbedingungen für unsere Schulen

Wir wollen, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer die Möglichkeit hat sich individuell um seine Schüler*innen zu kümmern. Deshalb fordern wir, dass die Aussetzung der beschlossenen Absenkung der Klassenmesszahlen für Integrierte Gesamtschulen und Gymnasien von 28 auf 25 Schüler*innen umgehend aufgehoben wird. Langfristig fordern wir eine Klassenmesszahl von 20 Schüler*innen für alle Schulformen.

Eine 100%-Unterrichtsversorgung ist der Mindeststandard, der an jeder Schule in Rheinland-Pfalz vorherrschen muss. Doch eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung reicht nicht aus. Die JuLis Rheinland-Pfalz setzen sich deshalb langfristig für eine 105%-Unterrichtsversorgung ein.

An den Realschulen werden mehr Poolstunden im Bereich der Sprachförderung benötigt. Deshalb fordern wir eine Aufstockung der Poolstunden für die Realschulen, sodass eine umfassende und auskömmliche Versorgung mit Sprachförderungen gewährleistet werden kann.

Des Weiteren fordern wir, dass alle offenen Planstellen an den Förderschulen so schnell wie möglich besetzt werden. Außerdem müssen alle Förderschulen in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben.

IT-Hausmeister an unseren Schulen

Wir fordern die Landesregierung auf gemeinsam mit den kommunalen Schulträgern ein Konzept zu entwickeln, durch das für unsere Schulen Techniker*innen zur Wartung der Hard- und Software eingestellt werden können.

Das Land muss bei seiner Digitalisierungsstrategie sicherstellen, dass das Ziel ist, die digitalen Möglichkeiten zukunftsweisend in Lehre und Verwaltung einzusetzen. Grundlage ist dafür, dass vor Ort sowohl Infrastruktur als auch Fachpersonal verfügbar sind.

Sprache ist Grundvoraussetzung

Wir wollen, dass jedes Kind, das aus dem Kindergarten in die Grundschule entlassen wird, eine gute grundlegende Sprachkenntnis hat. Deshalb fordern wir zu Beginn des letzten Kindergartenjahres einen Sprachtest. Das letzte Kindergartenjahr kann dann für eine passgenaue Sprachförderung genutzt werden.

Des Weiteren fordern wir, dass aus dem theoretischen Anspruch auf Kitaplätze eine tatsächliche Möglichkeit zur Inanspruchnahme wird. Dies wollen wir durch eine vernünftige Bedarfsplanung erreichen, welche durch ein vereinfachtes Zusammenspiel zwischen den zuständigen Behörden ermöglicht wird.

Zur Erreichung einer bedarfsgerechten Förderung soll ein Personalschlüssel eingeführt werden, der die Qualität sicherstellt.

Um den Beruf attraktiver zu machen, soll die Ausbildung bezahlt werden.

Digitalpakt – sozial gerecht

Die Bundesregierung soll ein Konzept (vorzulegen) vorlegen, wie die Digitalisierung in der schulischen Bildung sozial gerecht gestaltet werden kann. Die Planungen der Bundesregierung zum Digitalpakt sehen weder vor, Endgeräte für alle Schüler zu finanzieren, noch die Anschaffung für Schüler aus finanzschwachen Familien zu unterstützen. Das Bildungs- und

Teilhabepaket umfasst keine Tablets für den Schulunterricht. Der Bund muss Chancen für jeden, unabhängig von Herkunft und Wohnort, sichern und die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes um Endgeräte für den Unterricht erweitern.

Gesündere Schulzeiten

Da Studien belegen, dass die erste Schulstunde auf Grund der zu frühen Anfangszeit an den meisten Schüler*innen vorbeigeht, fordern wir, dass die Schule in Rheinland-Pfalz frühestens um 8:30 Uhr beginnt. Dies soll sicherstellen, dass die Schulzeiten sich nach der biologischen Uhr der Schüler*innen richten.