Für moderne Gesellschaft, Gleichberechtigung; gegen Gewalt

Konsequent für die moderne Gesellschaft, Gleichberechtigung und gegen Gewalt

 

„Wir Junge Liberale Rheinland-Pfalz treten für ein Gesellschaftsbild ein, in dem alle Menschen unabhängig ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Identität gleichberechtigt sind. Diskriminierung treten wir konsequent entgegen. Als liberale Jugendorganisation denken wir Politik vom einzelnen Menschen aus. Solange sie oder er niemandem damit schadet, respektieren wir den Lebensentwurf eines jeden Menschen.

Für eine Politik des individuellen Lebensentwurfs

Eine Gesellschaftspolitik, die auf dem Fundament klassischer Rollenbilder aufbaut, ist kein liberaler Entwurf. Wir Junge Liberale stehen für eine Politik, die die Einzelne bzw. den Einzelnen ermutigt, zu sich und ihrem bzw. seinem einzigartigen Lebensentwurf zu stehen.

Damit künftige Generationen unabhängig, vorurteilsfrei und ohne gesellschaftlichen Druck entscheiden können, welchen Beruf sie ergreifen möchten, in welcher Konstellation sie verantwortungsvoll zusammenleben möchten oder wie sie sich selbst definieren, braucht es Vorbilder, die mutig vorangehen.

Deshalb unterstützen wir:

– spezifische Angebote für Mädchen und Jungen in der Offenen Jugendarbeit, um Möglichkeiten fernab klassischer Rollenbilder aufzuzeigen,

– Initiativen wie den Girls‘ Day oder Boys‘ Day, um neue Perspektiven in der Berufsorientierung und Lebensplanung zu eröffnen,

– Programme wie das „Ada Lovelace Mentoring“, um junge Menschen für derzeit nicht geschlechtertypische Ausbildungsberufe und Studiengänge zu begeistern,

– die Initiativen „Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen“ und die „Strategie Vielfalt“, um die Akzeptanz queererLebensweisen zu steigern,

– das Projekt „SchLAu RLP“, damit ergänzend zum Lehrplan hinsichtlich sexueller Orientierung und geschlechtlicher Vielfalt an Schulen aufgeklärt wird und

– die Arbeit der Landesantidiskriminierungsstelle sowie von QueerNet Rheinland-Pfalz e.V., die eine Fülle an Projekten und Initiativen innerhalb der Antidiskriminierungs- und Vielfaltspolitik bündeln.

Sexismus und Gewalt im sozialen Nahbereich bekämpfen

Wir Junge Liberale treten Sexismus und Gewalt konsequent entgegen. Wir stellen fest, dass diese Phänomene derzeit noch geschlechtsspezifisch diskutiert und bekämpft werden. Im Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung wird Sexismus beispielsweise einzig als Belästigung gegenüber Frauen definiert und die Infrastruktur an Hilfsangeboten für von Gewalt betroffene Menschen zielt einzig auf Mädchen und Frauen ab.

Es ist absolut richtig und notwendig, dass es ein eigenständiges Politikfeld gibt, das sich mit der Hilfe speziell für Mädchen und Frauen beschäftigt. Und es ist auch absolut richtig und notwendig, dass Mädchen und Frauen eigene Schutzräume zugesichert werden.

Dennoch möchten wir den politischen Blick auch auf Gewalt gegen Jungen und Männer richten. Aus der Kriminalistischen Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes des Jahres 2017 geht hervor, dass Opfer partnerschaftlicher Gewalt zu knapp 19 Prozent männlich sind. Viele Taten werden nicht dokumentiert. Sie verschwinden in einem aus Scham, Angst und Abhängigkeit gespeisten Dunkelfeld. Wir Junge Liberale fordern Strukturen, die allen Menschen fernab ihres Geschlechts Beratung, Unterstützung und Zuflucht bieten, wenn sie Opfer von psychischer, physischer oder sexueller Gewalt sind.

Wir unterstüzten die Arbeit der Frauenhäuser, Notrufe und Interventionsstellen sowie insbesondere das „Rheinland-Pfälzische Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ (RIGG) und wollen deren Förderung auch mit Blick auf die Istanbul-Konvention bedarfsgerecht ausbauen. Gleichzeitig fordern wir aber dazu auf, die Strukturen dahingehend zu überprüfen, ob sie auch den Bedarfen von Menschen gerecht werden, die nicht dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen.“