Wirtschaft als Leistungskursangebot in der Sekundarstufe II

Wirtschaftliche Kompetenz spielt in der modernen Gesellschaft eine zentrale
Rolle, desto wichtiger ist uns eine passende Ausbildung auch schon während der
Schulzeit. Schüler in Rheinland-Pfalz können an einigen Schulen Wirtschaft als
Grundkurs belegen, jedoch fehlt ein Angebot in Form eines Leistungskurses.
Wir finden das bedauerlich, weil eine Vielzahl von Ausbildungen und
Studiengängen starke wirtschaftliche Auslegungen haben. Seitens der
Universitäten kommt es immer wieder zu Kritik, da Studienanfänger nicht die
notwendigen wirtschaftlichen Kenntnisse für ihr Studium aufweisen. Gerade in
den Basiskursen für wirtschaftswissenschaftliche Fächer fehlen häufig
Basiskenntnisse.
Aufgrund der hohen Anzahl von Auszubildenden und Studierenden mit
wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung wird das Leistungskursangebot sicher
eine hohe Zahl an Interessenten aufweisen. Das Konzept hat sich bereits in
mehreren Bundesländern bewährt. Bereits ausgebildete Lehrer der Fachrichtung
Wirtschaft können durch Fortbildungen auf die Arbeit in Leistungskursen
vorbereitet werden.

Deswegen fordern wir:

• Die Einführung von Wirtschaft als Leistungskurs in der Sekundarstufe II.
• Die Vorbereitung von Lehramtsstudierenden auf die Arbeit im Fach
Wirtschaft als Leistungskurs

School is where the Wifi is

Die Jungen Liberalen RLP fordern, dass alle staatlichen Schulen mit WLAN
ausgestattet werden. Das Netzwerk soll von Schülern und Lehrern
gleichermaßen genutzt werden können und neue Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Das WLAN soll im ganzen Schulgebäude flächendeckend verfügbar sein und sich sich an eduroam orientieren oder sich der Initiative anschließen.

Wir stehen zu Dahrendorf!

Zu den wenigen Kompetenzbereichen, in denen die Länder noch eigenständig aktiv werden können, zählt die Bildungspolitik. In Zeiten wie diesen gibt es keinerlei Ressource, die wertvoller als Bildung wäre. Im Sinne des großen liberalen Vordenkers Ralf Dahrendorf bekennen wir Junge Liberale uns zum Bürgerrecht auf Bildung. Interpretieren wir Bildung als Bürgerrecht, ergibt es keinen Sinn, in diesem Bereich Beiträge zu erheben. In keinem Land dieser Bundesrepublik ist es so gut um die Bildungsmobilität bestellt wie in Rheinland-Pfalz. Das ist auch Verdienst einer Politik, die am beitragsfreien Modell festhält. Wir Junge Liberale Rheinland-Pfalz bekennen uns dazu. Davon ausgenommen sind weiterhin Unternehmensbeiträge für berufsbegleitendes Studieren und Weiterbildungstudiengänge.

Auszubildenden-Mindestlohn liberal gedacht

Die Jungen Liberalen begrüßen die Mindestausbildungsvergütung,
die von der Bundesregierung beschlossen wurde, halten diese allein jedoch nicht für
weitgehend genug. 515€ im Monat reichen in vielen großen Städten gerade mal dafür
aus, die Miete zu bezahlen. Ein Auszubildender sollte mit Eintritt in das Berufsleben
aber fähig sein ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ein selbstständiges
Leben ist mit 515€ im Monat ist jedoch, insbesondere in Städten, unmöglich.
Hinzu kommt, dass Auszubildende und Arbeitgeber*innen ab einem Gehalt von
325€ im Monat die Sozialabgaben voll bezahlen. Das bedeutet im Umkehrschluss,
dass wenn ein Azubi beispielsweise 650€ verdient Arbeitgeber*in und
Arbeitnehmer*in Sozialabgaben in Höhe von rund 129€ bezahlen. Konkret sind
das jeweils 19,78% des Bruttolohns.

Wenn wir der deutschen Wirtschaft wieder zu neuem Aufschwung verhelfen
wollen, müssen wir an diesem Zustand etwas ändern, da sonst weiterhin viele
Stellen in Betrieben unbesetzt bleiben.

Wir Jungen Liberalen fordern deshalb, um Unternehmen und Auszubildende zu
entlasten: Einen Auszubildendenmindestlohn, für nicht-tarifgebundene Unternehmen
der sich am Mindestlohn berechnet, dieser liegt im Moment bei 9,19€.

Beispiel:

Auszubildender arbeitet 3 Tage die Woche Vollzeit im Betrieb. 2 Tage in der
Woche geht er in die Berufsschule, dass ergibt bei einer Arbeitszeit von 8:30h
pro Tag 102h die der Auszubildende Vollzeit arbeitet. Daraus ergibt sich einen
Auszubildendenmindestlohn von 937,38€ im Monat.

Um eine Mehrbelastung für Unternehmen zu verhindern fordern wir außerdem,
dass die Sozialabgaben des Arbeitgebers und des Auszubildenden während der
Zeit der Ausbildung entfallen und durch eine Pauschale von 10% des Bruttogehaltes ersetzt werden.
Von diesen 10% sind 5% durch den/die Arbeitgeber*in zu
leisten und 5% durch den/die Auszubildende/n. Das würde bei einem Mindest-
lohn von 947,38€ jeweils 47,37€ Sozialabgaben bedeuten.

Nur die besten für unsere Jüngsten-Grundschullehramt stärken

Die Kinder sind die Zukunft unseres Landes und deshalb haben unsere Kinder
auch die besten Lehrer*innen verdient. In der Grundschule wird der Grundstein
für die gesamte Schullaufbahn gelegt. Deshalb haben die Pädagog*innen an den
Grundschulen eine herausragende Verantwortung. Dieser Verantwortung kann
man nur durch eine ausreichende Qualifizierung in der universitären Ausbildung
nachkommen. Doch immer noch gibt es eine Ungleichbehandlung zwischen den
verschiedenen Lehrämtern. Grundschullehrer*innen verdienen immer noch weniger,
als andere Lehrkräfte. Jene Ungleichbehandlung wird im Bereich der Lehramtsausbildung
besonders deutlich. Wir wollen diese Ungleichbehandlungen beseitigen
und das Grundschullehramt aufwerten.

Deshalb fordern wir:

– in §6 Abs. 3 der Landesverordnung, die Anzahl der im Master universitär zu erwerbenden
Leistungspunkte von 60 auf 120 zu erhöhen. Diese veränderte Festlegung
wirkt sich direkt positiv auf die personelle Ausstattung im Lehrbetrieb aus
und erhöht die Qualität und Professionalisierung im Studiengang Grundschullehramt.

– den curricularen Anteil für die Betreuung von Masterarbeiten im Lehramt und
insbesondere im Grundschullehramt auf das Niveau des curricularen Anteils von
nicht-lehramtsbezogenen Studiengängen anzuheben.

– das Stundendeputat von aktuell 27,8 Stunden abzusenken, um den erhöhten
außerunterrichtlichen Anforderungen – Elterngespräche etc. – gerecht zu werden.

– die Schaffung einer Professur für anfängliche Mathematik am Standort Koblenz,
um sicherzustellen, dass in der Ausbildung eine angemessene Professionalisierung
im Bereich der anfänglichen Mathematikbildung vorliegt.

– im Zuge der Trennung der Universität Koblenz-Landau dafür zu sorgen, dass
die Lehramtsausbildung an den Standorten Koblenz und Landau substantiell gestärkt wird.

Bildungsaufstieg durch elterunabhängiges BaFög als Baukasten

Ein grundlegender Systemwechsel hin zu einer elternunabhängigen Ausbildungsförderung
ist überfällig, damit das BAföG wieder zum Bildungsaufstiegsgesetz Nr. 1 wird.

In einem ersten Schritt soll bereits zum Sommersemester 2020 ein elternunabhängiges
Baukasten-BAföG für Studierende etabliert werden. Die Ausbildungsförderung soll genauso flexibel sein,
wie der individuelle Lebensentwurf junger Menschen. Mit verschiedenen Bausteinen
kann sich jede/r volljährige Studierende eine an die individuellen Bedürfnisse und die persönliche Situation
angepasste Förderung zusammenstellen. Dies ermöglicht jungen Persönlichkeiten ein
selbstbestimmtes Studium.

Das Baukasten-BAföG setzt sich aus bis zu vier Bausteinen zusammen:

BAföG-Sockel, BAföG-Zuschuss, BAföG-Darlehen und Auslandsförderung.

Alle Bausteine werden unabhängig vom elterlichen Einkommen gewährt. Das
Fundament der elternunabhängigen BAföG-Förderung bildet der BAföG-Sockel,
der bis nach Ablauf der Regelstudienzeit, des ersten berufsqualifizierten Studiums,
bis maximal zum Master Degree in Höhe von 200 Euro pro Monat zufließt.

Zusätzlich dazu kann ein monatlicher BAföG-Zuschuss über weitere 200 Euro
gewährt werden. Der BAföG-Zuschuss soll persönliches Engagement für den eigenen
Lebensunterhalt, die Familie oder die Gesellschaft honorieren. Der BAföG-Zuschuss steht
daher allen Studierenden zur Verfügung, die durchschnittlich mindestens 10 Stunden pro Woche
einer Nebentätigkeit nachgehen oder sich in ein Ehrenamt einbringen. Studierende,
die nahe Angehörige pflegen oder neben dem Studium eigene Kinder erziehen,
sollen den BAföG-Zuschuss ebenso erhalten.

Diese beiden Vollzuschuss-Bausteine können Studierende flexibel mit weiteren
Bausteinen kombinieren. Das zinsfreie, erst einkommensabhängig zurückzuzahlende
BAföG-Darlehen erhält Studierenden die Freiheit, ihren Lebensunterhalt
nach eigenen Bedürfnissen zu finanzieren. Auch studienbedingte Auslandsaufenthalte
werden weiterhin gefördert. Studienaufenthalte in Nicht-Erasmus-Ländern
werden durch den BAföG-Zuschuss und einen zusätzlichen Auslandsaufschlag
als Vollzuschuss gefördert. Zahlungen nach Erasmus+ werden zusätzlich
und ohne Anrechnung auf übrige Bausteine gewährt.

Sinnhaftigkeit und Vorteile der verschiedenen Bildungseinrichtungen

Herausstellung der Sinnhaftigkeit und Vorteile der verschiedenen Bildungseinrichtungen

Wir JuLis beobachten, dass es zu einer zunehmenden Vermischung der verschiedenen Bildungseinrichtungen kommt. Dies hat zur Folge, dass die Arbeit der Lehrenden sowie der Bildung der Lernenden erschwert beziehungsweise hemmt. Wir fordern die sinnvollen Ausbildungsziele der vorhandenen Bildungseinrichtungen wieder hervorzuheben. Dies führt unserer Meinung nach zu einer gezielteren Förderung jedes Einzelnen.

Des Weiteren fordern wir eine Entflechtung der Fremdbestimmung durch Eltern.

Bringen wir unsere Lehrer ins 21. Jahrhundert – Digitalisierungsfortbildungen

Bringen wir unsere Lehrer ins 21. Jahrhundert – verpflichtende Digitalisierungsfortbildungen für alle Lehrer

 

„So langsam läuft die Ausstattung unserer Schulen mit technischen Mindeststandards an und immer häufiger stellt nicht mehr die technische Grundausstattung, sondern die Lehrkraft den Bremsklotz der digitalen Bildung dar. Die besten Möglichkeiten des digitalen Klassenzimmers können nicht ausgeschöpft werden, wenn die Lehrkraft zum Aktivieren eines Computers oder der interaktiven Tafel einen Schüler rufen muss. Um dem entgegenzuwirken muss das hierfür zuständige Pädagogische Landesinstitut beauftragt werden, bei allen Lehrkräften für eine digitale Grundbildung zu sorgen. Es gibt zwar bereits Angebote, aber diese können jedoch einerseits aus zeitlichen Gründen nicht von allen Lehrkräften genutzt werden und andererseits auf Grund der nicht ausreichenden Ausstattung des Instituts auch nicht in ausreichendem Maße angeboten werden. Nicht nur der sinnvolle Einsatz der digitalen Medien, sondern gerade auch der sichere Umgang mit den eigenen Daten muss von den Lehrern vermittelt werden können. Hierzu müssen Lehrkräfte eben als Vorbilder fungieren. Deshalb fordern wir:

– die schnellstmögliche Schaffung der personellen Ressourcen um jeden Lehrer fortzubilden.

– verpflichtende Digitalisierungsfortbildungen für alle Lehrkräfte im Zweijahresrhythmus in RLP, in denen der sichere Umgang mit den vorhandenen Geräten (interaktive Tafel, PC, Tablets, Dokumentenkamers etc.) und Programme bzw. Apps, -der sichere Umgang mit den eigenen Daten sowie der Umgang mit interaktiven digitalen Lehrmethoden gelehrt wird. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die technischen Neuausstattungen nicht in den Klassenzimmern verstauben und digitale Grundkenntnisse an die Schüler weitergegeben werden können. „

Wieso müssen wir auf beste Bildung warten?

„Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat entschieden, die Änderung des Grundgesetzes für die Aufweichung des Kooperationsverbotes in seiner derzeitigen Form abzulehnen und den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag anzurufen. Wir Junge Liberale kritisieren die Entscheidung der Landesregierung. Die Entscheidung der Landesregierung hätte nun zur Folge, dass sich das Verfahren weiter streckt. Der Digitalpakt und die Auflockerung des Kooperationsverbotes kommt nun wohl wesentlich später, weil die Landesregierung die Änderung des Artikel 104b GG ablehnt. Es geht hier um einen wichtigen Schritt hin zu weltbester Bildung für unsere Kinder und die Landesregierung verliert sich im politischen Klein-Klein. Die Vereinbarung auf Bundesebene macht es möglich, dass nicht nur in Router und Beton, sondern auch in Personal und dessen Fortbildung investiert werden kann. Das ist gut und richtig. Die Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz begrüßen ausdrücklich, dass die Ampel-Regierung grundsätzlich zum Digitalpakt und der Aufhebung des Kooperationsverbotes steht. Wir fordern Malu Dreyer und ihr Kabinett deshalb auf, im Vermittlungsausschuss besonnen zielgerichtet und vor allem zügig an einer Lösung zu arbeiten, die Investitionen in Schule nicht verhindert, sondern so schnell wie möglich erleichtert.“

Du kannst alles werden – jung-liberale Projekte für das Land der Bildungschancen

„Für uns Junge Liberale ist Bildung eine der Kernaufgaben des Staates. Bildungspolitik ist das wichtigste Politikfeld für Kinder und Jugendliche. Wir wollen jedem Kind in Rheinland-Pfalz exzellente Bildung zukommen lassen. Wir JuLis Rheinland-Pfalz sehen die Bildung als elementar an, wenn es um Chancengerechtigkeit geht. Jeder junge Mensch muss dazu befähigt werden seinen individuellen Lebensweg bestreiten zu können und sozial aufsteigen zu können. Unser Motto lautet: Deine Herkunft ist uns egal. Wir wollen, dass du dein Potenzial voll entfalten kannst. Die beste Schule der Welt für jedes einzelne Kind – das ist unser Anspruch! Dies erfordert nicht nur eine massive Steigerung im Bildungsbudget, mit dem dringend notwendige Investitionen und Modernisierungen der Schulen vorangetrieben werden müssen, sondern auch fundamentale Änderungen im System selbst.

Mehr Freiheit für die Schule vor Ort

Wir wollen, dass die Experten vor Ort – Lehrer, Schüler und Eltern – gemeinsam über die besten Konzepte für ihre Bildung entscheiden. Wenn wir den Schulen mehr Freiheit für die Gestaltung des Unterrichts, die Entscheidung über die Verwendung ihrer Finanzen und über das Personal geben, werden sich neue Konzepte und großartige Ideen in der Schullandschaft entwickeln.

Deshalb fordern wir ein Schulfreiheitsgesetz für Rheinland-Pfalz. Mit einem Schulfreiheitsgesetz wollen wir den Schulen mehr finanzielle, personelle, organisatorische und pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Das wollen wir gemeinsam mit den Schulen Schritt für Schritt auf den Weg bringen. Die guten Erfahrungen, die im Rahmen des Schulversuchs „Mehr Selbstverantwortung an rheinland-pfälzischen Schulen“ generiert wurden, sollen Grundlage für die Erarbeitung des Gesetzes sein. Auf freiwilliger Basis soll es den Schulen viel stärker ermöglicht werden eigenständig ihre pädagogischen Konzepte, ihr Personal und ihr Budget zu verwalten. Weiterführende Schulen sollen außerdem die Möglichkeit haben neben dem fachlichen Schulleiter auch einen Schulmanager einzustellen, der für die Verwaltungsorganisation der Schule zuständig ist. So kann die zusätzliche Verantwortung im Rahmen der Schulfreiheit organisiert werden und gleichzeitig erhält der Schulleiter die Freiheit sich um die Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte und die Personalführung zu kümmern.

Einheitliche Bildungsstandards

Um auch weiterhin eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten fordern wir einheitliche Bildungsstandards für die gesamte Bundesrepublik. Es muss möglich sein, dass man bei einem Wohnortwechsel in ein Bundesland ohne große Verwerfungen weiter die Schule besuchen kann. Die Angleichung der Bildungsstandards darf aber nicht zu einem Absinken des Niveaus der Schulabschlüsse führen. Um eine Vergleichbarkeit des Abiturs gewährleisten zu können, fordern wir, dass in jeder Abiturprüfung eine Aufgabenstellung, die zentral vom Bildungsministerium für alle Schüler*innen entworfen wurde, enthalten ist. Ein generelles Zentralabitur lehnen wir jedoch ab.

Nur die Besten der Besten für unsere Schulen

Die Lehrer*innen leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen und entscheidenden Beitrag für den Wohlstand und die Zukunft unseres Landes. Bildungschancen hängen natürlich von der Sozialisation im Elternhaus ab. Aber auch die Expertise und Fähigkeiten der Lehrer*innen entscheiden darüber, ob gute Bildung ermöglicht wird. Einerseits ist die fachliche Eignung in den einzelnen Fächern wichtig. Jedoch sind die sozialen und didaktischen Kompetenzen entscheidend dafür, ob jemand eine guter Lehrerin oder ein guter Lehrer ist. Wir wollen Lehrer*innen, bei denen ein ausgewogenes Zusammenspiel von Fachkompetenz, pädagogischer Kompetenz sowie didaktischer Kompetenz vorhanden ist. Unser Anspruch ist die Besten der Besten für den Lehrerberuf gewinnen zu können.

Deshalb fordern wir ein Verfahren zur frühestmöglichen Feststellung der Eignung von Personen, welche einen Lehrauftrag anstreben. Dieses Verfahren bezieht sowohl angehende Studenten als auch Quereinsteiger ein. Das Verfahren zur Eignungsberatung ermöglicht die Erfassung wichtiger Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale für den Lehrberuf und das Lehramtsstudium. Somit können die Teilnehmenden auf Basis empirischer Befunde zu Ihrer Eignung für das Lehramtsstudium und den Lehrberuf beraten werden. Am Ende des Tests erhalten die Teilnehmenden in einem persönlichen Feedback- und Perspektivengespräch eine umfassende Rückmeldung zu ihren Kompetenz- und Merkmalsausprägungen. So wollen wir erreichen, dass diejenigen Lehramt studieren, die ein umfassendes Talent für den besonderen Beruf der Lehrerin und des Lehrers mitbringen.

Das Verfahren soll in einem Modellversuch an den Universitäten, die den Bachelor of Education anbieten, umfassend pilotiert und evaluiert werden. An diesem Modellversuch sollen alle Erstsemesterstudierenden, die mit dem Lehramtsstudium beginnen teilnehmen. Fällt der Modellversuch positiv aus, so fordern wir die Verstetigung. Dies gilt auch für Quereinsteiger.

Des Weiteren fordern wir neben den zwei orientierenden Praktika und den zwei vertiefenden Praktika während des Studiums zwei weitere Praktikumsphasen. In diesen zwei weiteren Praktikumsphasen sollen die Lehramtsstudierenden mehrstündige (mindestens fünf Schulstunden) Unterrichtsreihe in einem ihrer Fächer vorbereiten und an ihrer Praktikumsschule eigenverantwortlich im Unterricht durchführen.

Außerdem ist das berufsbegleitende Lehramtsstudium in einem Pilotprojekt zu testen. Die angehenden Lehrkräfte sollen dabei in den Schulen anfänglich unterstützende Tätigkeiten ausführen und mit der Zeit bei Hausaufgabenhilfen aber auch im Lehrbetrieb eingesetzt werden.

Fortbildung muss sein

Damit die Lehrer*innen immer auf dem neuesten Stand im Hinblick auf die didaktischen Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung bieten, sind, muss eine regelmäßige Fort- und Weiterbildung eine Selbstverständlichkeit sein. Deshalb fordern wir alle zwei Jahre eine verpflichtende Teilnahme für jede Lehrperson an einer Fortbildung für Technik, digitale Didaktik etc.

Grundschullehrer*innen angemessen besolden

Die Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz erkennen die besondere Leistung der Pädagog*innen an unseren Grundschulen an. Sie legen mit ihrer Arbeit den Grundstein für die weitere schulische Laufbahn aller Kinder. Lehrer*innen an Grundschulen unterrichten häufig sehr heterogene Klassen und stellen sich deshalb besonderen Herausforderungen. Wir halten es für nicht vertretbar, dass die Grundschulpädagoginnen und Grundschulpädagogen nicht die gleiche Besoldung erhalten wie ihre Kolleg*innen an den weiterführenden Schulen. Deshalb fordern wir, dass in Zukunft Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer der Besoldungsgruppe A13 angehören. Auf Grund der gestiegenen Anforderungen sollte auch die Vergütung für Lehrer an der Realschule plus angehoben werden.

Erstklassige Rahmenbedingungen für unsere Schulen

Wir wollen, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer die Möglichkeit hat sich individuell um seine Schüler*innen zu kümmern. Deshalb fordern wir, dass die Aussetzung der beschlossenen Absenkung der Klassenmesszahlen für Integrierte Gesamtschulen und Gymnasien von 28 auf 25 Schüler*innen umgehend aufgehoben wird. Langfristig fordern wir eine Klassenmesszahl von 20 Schüler*innen für alle Schulformen.

Eine 100%-Unterrichtsversorgung ist der Mindeststandard, der an jeder Schule in Rheinland-Pfalz vorherrschen muss. Doch eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung reicht nicht aus. Die JuLis Rheinland-Pfalz setzen sich deshalb langfristig für eine 105%-Unterrichtsversorgung ein.

An den Realschulen werden mehr Poolstunden im Bereich der Sprachförderung benötigt. Deshalb fordern wir eine Aufstockung der Poolstunden für die Realschulen, sodass eine umfassende und auskömmliche Versorgung mit Sprachförderungen gewährleistet werden kann.

Des Weiteren fordern wir, dass alle offenen Planstellen an den Förderschulen so schnell wie möglich besetzt werden. Außerdem müssen alle Förderschulen in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben.

IT-Hausmeister an unseren Schulen

Wir fordern die Landesregierung auf gemeinsam mit den kommunalen Schulträgern ein Konzept zu entwickeln, durch das für unsere Schulen Techniker*innen zur Wartung der Hard- und Software eingestellt werden können.

Das Land muss bei seiner Digitalisierungsstrategie sicherstellen, dass das Ziel ist, die digitalen Möglichkeiten zukunftsweisend in Lehre und Verwaltung einzusetzen. Grundlage ist dafür, dass vor Ort sowohl Infrastruktur als auch Fachpersonal verfügbar sind.

Sprache ist Grundvoraussetzung

Wir wollen, dass jedes Kind, das aus dem Kindergarten in die Grundschule entlassen wird, eine gute grundlegende Sprachkenntnis hat. Deshalb fordern wir zu Beginn des letzten Kindergartenjahres einen Sprachtest. Das letzte Kindergartenjahr kann dann für eine passgenaue Sprachförderung genutzt werden.

Des Weiteren fordern wir, dass aus dem theoretischen Anspruch auf Kitaplätze eine tatsächliche Möglichkeit zur Inanspruchnahme wird. Dies wollen wir durch eine vernünftige Bedarfsplanung erreichen, welche durch ein vereinfachtes Zusammenspiel zwischen den zuständigen Behörden ermöglicht wird.

Zur Erreichung einer bedarfsgerechten Förderung soll ein Personalschlüssel eingeführt werden, der die Qualität sicherstellt.

Um den Beruf attraktiver zu machen, soll die Ausbildung bezahlt werden.

Digitalpakt – sozial gerecht

Die Bundesregierung soll ein Konzept (vorzulegen) vorlegen, wie die Digitalisierung in der schulischen Bildung sozial gerecht gestaltet werden kann. Die Planungen der Bundesregierung zum Digitalpakt sehen weder vor, Endgeräte für alle Schüler zu finanzieren, noch die Anschaffung für Schüler aus finanzschwachen Familien zu unterstützen. Das Bildungs- und

Teilhabepaket umfasst keine Tablets für den Schulunterricht. Der Bund muss Chancen für jeden, unabhängig von Herkunft und Wohnort, sichern und die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes um Endgeräte für den Unterricht erweitern.

Gesündere Schulzeiten

Da Studien belegen, dass die erste Schulstunde auf Grund der zu frühen Anfangszeit an den meisten Schüler*innen vorbeigeht, fordern wir, dass die Schule in Rheinland-Pfalz frühestens um 8:30 Uhr beginnt. Dies soll sicherstellen, dass die Schulzeiten sich nach der biologischen Uhr der Schüler*innen richten.