Aufklärung über Organspende in der Schule

Um mehr Organspender zu werben, soll jede*r Schüler*in im Laufe der Mittelstufe über Organspende aufgeklärt werden, wie es auch schon bei Drogen der Fall ist. Dies soll für jede*n Schüler*in verpflichtend sein.

Validität der Studierendenauswahlverfahren erhöhen – gerechter und ökonomischer Zugang zu stark nachgefragten Studienfächern

Im Dezember 2017 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass das bisherige Auswahlverfahren zur Zulassung in Medizinische Studiengänge zum Teil verfassungswidrig und neu zu gestalten sei. Die Studienplatzvergabe muss verbindlich Studierfähigkeitstests verwenden und diese Testverfahren müssen strukturiert und standardisiert sein. Diese Vorgaben wurden von den Bundesländern im „Staatsvertrag über die Hochschulzulassung“ umgesetzt, der die Studierendenauswahl ab dem Jahr 2020 regelt und zudem eine Qualitätssicherung der Auswahlkriterien vorgibt sowie Signalwirkung auch für andere stark nachgefragte Studiengänge besitzt. In der Medizin und Psychologie existieren Infrastrukturen und Initiativen, die bestehende Testverfahren evaluieren und weiterentwickeln und die Neugestaltung der Studierendenauswahl wissenschaftlich begleiten.

Zur Umsetzung schließen sich derweil Vertreter der Fächer Medizin (Heidelberg, Hamburg) und Psychologie (DGPs) zusammen, um Infrastrukturen zur Entwicklung, Durchführung, Auswertung und Qualitätssicherung bundesweiter Studierendenauswahlverfahren gemeinsam auszubauen. Erste Schritte wurden sowohl national als auch besonders in Baden-Württemberg bereits unternommen.

Deshalb fordern wir:

  • Es sollen dauerhafte Strukturen etabliert werden, die bundesweit und fächerübergreifend einsetzbare Auswahlverfahren zum Einsatz bringen und deren Qualität laufend sicherstellen.
  • Zur Sicherung der bisher erreichten Fortschritte sollen die Projekte in der aktuellen und nächsten Legislaturperiode in eine stabile Struktur überführt und sukzessive ausgebaut werden.
  • Auch Rheinland-Pfalz soll sich zunehmend an der o.g. Kooperation beteiligen und landesweit die Pilotierung möglicher Verfahren ermöglichen.

Wirtschaft als Leistungskursangebot in der Sekundarstufe II

Wirtschaftliche Kompetenz spielt in der modernen Gesellschaft eine zentrale
Rolle, desto wichtiger ist uns eine passende Ausbildung auch schon während der
Schulzeit. Schüler in Rheinland-Pfalz können an einigen Schulen Wirtschaft als
Grundkurs belegen, jedoch fehlt ein Angebot in Form eines Leistungskurses.
Wir finden das bedauerlich, weil eine Vielzahl von Ausbildungen und
Studiengängen starke wirtschaftliche Auslegungen haben. Seitens der
Universitäten kommt es immer wieder zu Kritik, da Studienanfänger nicht die
notwendigen wirtschaftlichen Kenntnisse für ihr Studium aufweisen. Gerade in
den Basiskursen für wirtschaftswissenschaftliche Fächer fehlen häufig
Basiskenntnisse.
Aufgrund der hohen Anzahl von Auszubildenden und Studierenden mit
wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung wird das Leistungskursangebot sicher
eine hohe Zahl an Interessenten aufweisen. Das Konzept hat sich bereits in
mehreren Bundesländern bewährt. Bereits ausgebildete Lehrer der Fachrichtung
Wirtschaft können durch Fortbildungen auf die Arbeit in Leistungskursen
vorbereitet werden.

Deswegen fordern wir:

• Die Einführung von Wirtschaft als Leistungskurs in der Sekundarstufe II.
• Die Vorbereitung von Lehramtsstudierenden auf die Arbeit im Fach
Wirtschaft als Leistungskurs

School is where the Wifi is

Die Jungen Liberalen RLP fordern, dass alle staatlichen Schulen mit WLAN
ausgestattet werden. Das Netzwerk soll von Schülern und Lehrern
gleichermaßen genutzt werden können und neue Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Das WLAN soll im ganzen Schulgebäude flächendeckend verfügbar sein und sich sich an eduroam orientieren oder sich der Initiative anschließen.

Wir stehen zu Dahrendorf!

Zu den wenigen Kompetenzbereichen, in denen die Länder noch eigenständig aktiv werden können, zählt die Bildungspolitik. In Zeiten wie diesen gibt es keinerlei Ressource, die wertvoller als Bildung wäre. Im Sinne des großen liberalen Vordenkers Ralf Dahrendorf bekennen wir Junge Liberale uns zum Bürgerrecht auf Bildung. Interpretieren wir Bildung als Bürgerrecht, ergibt es keinen Sinn, in diesem Bereich Beiträge zu erheben. In keinem Land dieser Bundesrepublik ist es so gut um die Bildungsmobilität bestellt wie in Rheinland-Pfalz. Das ist auch Verdienst einer Politik, die am beitragsfreien Modell festhält. Wir Junge Liberale Rheinland-Pfalz bekennen uns dazu. Davon ausgenommen sind weiterhin Unternehmensbeiträge für berufsbegleitendes Studieren und Weiterbildungstudiengänge.

Auszubildenden-Mindestlohn liberal gedacht

Die Jungen Liberalen begrüßen die Mindestausbildungsvergütung,
die von der Bundesregierung beschlossen wurde, halten diese allein jedoch nicht für
weitgehend genug. 515€ im Monat reichen in vielen großen Städten gerade mal dafür
aus, die Miete zu bezahlen. Ein Auszubildender sollte mit Eintritt in das Berufsleben
aber fähig sein ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ein selbstständiges
Leben ist mit 515€ im Monat ist jedoch, insbesondere in Städten, unmöglich.
Hinzu kommt, dass Auszubildende und Arbeitgeber*innen ab einem Gehalt von
325€ im Monat die Sozialabgaben voll bezahlen. Das bedeutet im Umkehrschluss,
dass wenn ein Azubi beispielsweise 650€ verdient Arbeitgeber*in und
Arbeitnehmer*in Sozialabgaben in Höhe von rund 129€ bezahlen. Konkret sind
das jeweils 19,78% des Bruttolohns.

Wenn wir der deutschen Wirtschaft wieder zu neuem Aufschwung verhelfen
wollen, müssen wir an diesem Zustand etwas ändern, da sonst weiterhin viele
Stellen in Betrieben unbesetzt bleiben.

Wir Jungen Liberalen fordern deshalb, um Unternehmen und Auszubildende zu
entlasten: Einen Auszubildendenmindestlohn, für nicht-tarifgebundene Unternehmen
der sich am Mindestlohn berechnet, dieser liegt im Moment bei 9,19€.

Beispiel:

Auszubildender arbeitet 3 Tage die Woche Vollzeit im Betrieb. 2 Tage in der
Woche geht er in die Berufsschule, dass ergibt bei einer Arbeitszeit von 8:30h
pro Tag 102h die der Auszubildende Vollzeit arbeitet. Daraus ergibt sich einen
Auszubildendenmindestlohn von 937,38€ im Monat.

Um eine Mehrbelastung für Unternehmen zu verhindern fordern wir außerdem,
dass die Sozialabgaben des Arbeitgebers und des Auszubildenden während der
Zeit der Ausbildung entfallen und durch eine Pauschale von 10% des Bruttogehaltes ersetzt werden.
Von diesen 10% sind 5% durch den/die Arbeitgeber*in zu
leisten und 5% durch den/die Auszubildende/n. Das würde bei einem Mindest-
lohn von 947,38€ jeweils 47,37€ Sozialabgaben bedeuten.

Nur die besten für unsere Jüngsten-Grundschullehramt stärken

Die Kinder sind die Zukunft unseres Landes und deshalb haben unsere Kinder
auch die besten Lehrer*innen verdient. In der Grundschule wird der Grundstein
für die gesamte Schullaufbahn gelegt. Deshalb haben die Pädagog*innen an den
Grundschulen eine herausragende Verantwortung. Dieser Verantwortung kann
man nur durch eine ausreichende Qualifizierung in der universitären Ausbildung
nachkommen. Doch immer noch gibt es eine Ungleichbehandlung zwischen den
verschiedenen Lehrämtern. Grundschullehrer*innen verdienen immer noch weniger,
als andere Lehrkräfte. Jene Ungleichbehandlung wird im Bereich der Lehramtsausbildung
besonders deutlich. Wir wollen diese Ungleichbehandlungen beseitigen
und das Grundschullehramt aufwerten.

Deshalb fordern wir:

– in §6 Abs. 3 der Landesverordnung, die Anzahl der im Master universitär zu erwerbenden
Leistungspunkte von 60 auf 120 zu erhöhen. Diese veränderte Festlegung
wirkt sich direkt positiv auf die personelle Ausstattung im Lehrbetrieb aus
und erhöht die Qualität und Professionalisierung im Studiengang Grundschullehramt.

– den curricularen Anteil für die Betreuung von Masterarbeiten im Lehramt und
insbesondere im Grundschullehramt auf das Niveau des curricularen Anteils von
nicht-lehramtsbezogenen Studiengängen anzuheben.

– das Stundendeputat von aktuell 27,8 Stunden abzusenken, um den erhöhten
außerunterrichtlichen Anforderungen – Elterngespräche etc. – gerecht zu werden.

– die Schaffung einer Professur für anfängliche Mathematik am Standort Koblenz,
um sicherzustellen, dass in der Ausbildung eine angemessene Professionalisierung
im Bereich der anfänglichen Mathematikbildung vorliegt.

– im Zuge der Trennung der Universität Koblenz-Landau dafür zu sorgen, dass
die Lehramtsausbildung an den Standorten Koblenz und Landau substantiell gestärkt wird.

Bildungsaufstieg durch elterunabhängiges BaFög als Baukasten

Ein grundlegender Systemwechsel hin zu einer elternunabhängigen Ausbildungsförderung
ist überfällig, damit das BAföG wieder zum Bildungsaufstiegsgesetz Nr. 1 wird.

In einem ersten Schritt soll bereits zum Sommersemester 2020 ein elternunabhängiges
Baukasten-BAföG für Studierende etabliert werden. Die Ausbildungsförderung soll genauso flexibel sein,
wie der individuelle Lebensentwurf junger Menschen. Mit verschiedenen Bausteinen
kann sich jede/r volljährige Studierende eine an die individuellen Bedürfnisse und die persönliche Situation
angepasste Förderung zusammenstellen. Dies ermöglicht jungen Persönlichkeiten ein
selbstbestimmtes Studium.

Das Baukasten-BAföG setzt sich aus bis zu vier Bausteinen zusammen:

BAföG-Sockel, BAföG-Zuschuss, BAföG-Darlehen und Auslandsförderung.

Alle Bausteine werden unabhängig vom elterlichen Einkommen gewährt. Das
Fundament der elternunabhängigen BAföG-Förderung bildet der BAföG-Sockel,
der bis nach Ablauf der Regelstudienzeit, des ersten berufsqualifizierten Studiums,
bis maximal zum Master Degree in Höhe von 200 Euro pro Monat zufließt.

Zusätzlich dazu kann ein monatlicher BAföG-Zuschuss über weitere 200 Euro
gewährt werden. Der BAföG-Zuschuss soll persönliches Engagement für den eigenen
Lebensunterhalt, die Familie oder die Gesellschaft honorieren. Der BAföG-Zuschuss steht
daher allen Studierenden zur Verfügung, die durchschnittlich mindestens 10 Stunden pro Woche
einer Nebentätigkeit nachgehen oder sich in ein Ehrenamt einbringen. Studierende,
die nahe Angehörige pflegen oder neben dem Studium eigene Kinder erziehen,
sollen den BAföG-Zuschuss ebenso erhalten.

Diese beiden Vollzuschuss-Bausteine können Studierende flexibel mit weiteren
Bausteinen kombinieren. Das zinsfreie, erst einkommensabhängig zurückzuzahlende
BAföG-Darlehen erhält Studierenden die Freiheit, ihren Lebensunterhalt
nach eigenen Bedürfnissen zu finanzieren. Auch studienbedingte Auslandsaufenthalte
werden weiterhin gefördert. Studienaufenthalte in Nicht-Erasmus-Ländern
werden durch den BAföG-Zuschuss und einen zusätzlichen Auslandsaufschlag
als Vollzuschuss gefördert. Zahlungen nach Erasmus+ werden zusätzlich
und ohne Anrechnung auf übrige Bausteine gewährt.

Sinnhaftigkeit und Vorteile der verschiedenen Bildungseinrichtungen

Herausstellung der Sinnhaftigkeit und Vorteile der verschiedenen Bildungseinrichtungen

Wir JuLis beobachten, dass es zu einer zunehmenden Vermischung der verschiedenen Bildungseinrichtungen kommt. Dies hat zur Folge, dass die Arbeit der Lehrenden sowie der Bildung der Lernenden erschwert beziehungsweise hemmt. Wir fordern die sinnvollen Ausbildungsziele der vorhandenen Bildungseinrichtungen wieder hervorzuheben. Dies führt unserer Meinung nach zu einer gezielteren Förderung jedes Einzelnen.

Des Weiteren fordern wir eine Entflechtung der Fremdbestimmung durch Eltern.

Bringen wir unsere Lehrer ins 21. Jahrhundert – Digitalisierungsfortbildungen

Bringen wir unsere Lehrer ins 21. Jahrhundert – verpflichtende Digitalisierungsfortbildungen für alle Lehrer

 

„So langsam läuft die Ausstattung unserer Schulen mit technischen Mindeststandards an und immer häufiger stellt nicht mehr die technische Grundausstattung, sondern die Lehrkraft den Bremsklotz der digitalen Bildung dar. Die besten Möglichkeiten des digitalen Klassenzimmers können nicht ausgeschöpft werden, wenn die Lehrkraft zum Aktivieren eines Computers oder der interaktiven Tafel einen Schüler rufen muss. Um dem entgegenzuwirken muss das hierfür zuständige Pädagogische Landesinstitut beauftragt werden, bei allen Lehrkräften für eine digitale Grundbildung zu sorgen. Es gibt zwar bereits Angebote, aber diese können jedoch einerseits aus zeitlichen Gründen nicht von allen Lehrkräften genutzt werden und andererseits auf Grund der nicht ausreichenden Ausstattung des Instituts auch nicht in ausreichendem Maße angeboten werden. Nicht nur der sinnvolle Einsatz der digitalen Medien, sondern gerade auch der sichere Umgang mit den eigenen Daten muss von den Lehrern vermittelt werden können. Hierzu müssen Lehrkräfte eben als Vorbilder fungieren. Deshalb fordern wir:

– die schnellstmögliche Schaffung der personellen Ressourcen um jeden Lehrer fortzubilden.

– verpflichtende Digitalisierungsfortbildungen für alle Lehrkräfte im Zweijahresrhythmus in RLP, in denen der sichere Umgang mit den vorhandenen Geräten (interaktive Tafel, PC, Tablets, Dokumentenkamers etc.) und Programme bzw. Apps, -der sichere Umgang mit den eigenen Daten sowie der Umgang mit interaktiven digitalen Lehrmethoden gelehrt wird. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die technischen Neuausstattungen nicht in den Klassenzimmern verstauben und digitale Grundkenntnisse an die Schüler weitergegeben werden können. „